Di 16 Okt 2007
Gesunder Lebensstil entlastet Krankenversicherung
Abgelegt unter Aufgeschnappt :: :: Tags: AufgeschnapptWürde jeder Deutsche, egal welchen Alters, alles tun, um Herzkrankheiten, Übergewicht und vom Rauchen verursachte Schäden zu verhindern, liesse sich in Deutschland eine Menge Geld sparen. Genau genommen mehr, als die dortige gesetzliche Krankenversicherung jedes Jahr für die Gesundheit ausgibt - und das sind immerhin rund 150 Mrd. EUR. Das diese - in der Financial Times Deutschland veröffentlichte Studie - sehr optimistisch bis unglaubwürdig klingt, liegt auf der Hand. Denn nur Selbstbehalte, Eigenleistungen und privaten Krankenversicherung können die weiter ausufernden Heilbehandlungen alleine nicht finanzieren - meint man im Österreichischen Gewerbeverein (ÖGV)
Solche Berechnungen können daher nur auf dem Papier existieren. Wer allerdings in Extremen denkt, kann dem Kern von Problemen am nächsten kommen.
Enorme Kosteneinsparungen möglich
Fachleute spekulieren immer wieder, wie sich Krankheitskosten senken lassen könnten. Das tat vor etwa sechs Jahren der deutsche Sachverständigenrat in seinem Gutachten zur Konzertierten Aktion im Gesundheitswesen: Zwischen 25 und 30 Prozent der Krankheitskosten liessen sich auf jeden Fall einsparen, wenn alle Präventionsprogramme umgesetzt würden, wurde dort festgestellt. Das bedeutet umgekehrt: Bis zu 30 Prozent aller Gesundheitskosten lassen sich auf ungesundes Verhalten zurückführen.
Eine Ernährungswissenschaftlerin bei der deutschen Techniker Krankenkasse hat ausgerechnet, dass die Hälfte aller Behandlungskosten auf ungesunde Ernährung zurückzuführen sind, inklusive Herz-Kreislauf Erkrankungen und Diabetes. Dass da die EU mit ihrer missionarischen Verbraucherschutzkommission noch nicht wirklich darauf reagiert hat, mag verwundern.
Aktive Prävention ist ja speziell unter der Wiener Bevölkerung nicht unbedingt ein Thema. Wer etwa im Sommer um sechs Uhr Früh im Schönbrunner Schlosspark seine Laufrunden zieht, sieht überwiegend körperbewusste Damen, marathontrainierende junge Männer und einige wenige Nordic Walkerinnen mit leicht überhöhtem Body-Mass-Index. Die Zielgruppe, die es am nötigsten hätte - die Altersgruppe 45+, die Übergewichtigen, etc - liegen noch im Bettchen.
ÖGV und VSSÖ (Verband der Sportartikelerzeuger und Sportausrüster Österreichs) plädieren weiterhin dafür, dass gesundheitsorientiertes und nachweislich zweckentsprechend gebrauchtes Sportmaterial (insbesondere Laufschuhe) von den gesetzlichen Krankenversicherern zu ersetzen ist.
Vergleicht man die fiktiv in Deutschland eingesparten 150 Mio. EUR mit dem österreichischen Wert von 11,1 Mrd. EUR, dann wäre das doch ein sagenhaft anzupeilendes Einsparungsziel - selbst wenn davon nur zehn Prozent übrig bleiben!
Quelle: ÖGV
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